Verantwortung übernehmen – so gelingt der Einstieg als Nachfolger im Familienunternehmen

schreibende Hand über Notizbuch - Plan machen für die Nachfolge

Sie stehen kurz davor, in die Fußstapfen Ihres Seniors zu treten? Dann wissen Sie: Eine Nachfolge ist mehr als ein formaler Rollenwechsel – sie ist ein emotionaler, strategischer und persönlicher Prozess.

Damit Ihnen der Übergang gelingt, habe ich aus meiner Erfahrung einige praktische Tipps zusammengestellt, die Ihnen helfen, Schritt für Schritt Verantwortung zu übernehmen und dabei authentisch zu bleiben.

1. Konzentrieren Sie sich auf das Unternehmen – nicht auf den Senior

Ihr Vater oder Ihre Mutter sind nicht das Unternehmen, auch wenn es manchmal so scheint. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Ihren eigenen Verantwortungsbereich und auf das, was das Unternehmen braucht – nicht auf den Konflikt oder Vergleich mit dem Senior.

So gehen Sie vor:

Tipp: Wählen Sie ein Feld, das zu Ihnen passt – nicht eines, auf dem Sie mit dem Senior konkurrieren.

2. Schaffen Sie Einstimmigkeit mit dem Senior

Erfolgreiche Tandems leben von regelmäßiger Abstimmung. Ob wöchentlich, monatlich oder situativ – wichtig ist, dass Sie einen festen Kommunikationsrhythmus haben.

So gelingt das:

Merksatz: Nur wer die Vergangenheit achtet, wird die Zukunft gestalten dürfen.

3. Sorgen Sie aktiv für Einbindung und Informationen

Sie müssen wissen, was im Unternehmen passiert – in jeder Hinsicht.
Das ist Ihr Recht, aber auch Ihre Pflicht. Nur wer die Fakten kennt, kann verantwortlich handeln.

So gehen Sie vor:

Tipp: Definieren Sie gemeinsam eine klare Kommunikationsregel z. B. „Alles, was potenziell relevant sein könnte, wird aktiv geteilt.“

4. Gewinnen Sie die Gefolgschaft der Mitarbeiter

Ohne Akzeptanz der Belegschaft kann keine Nachfolge gelingen. Zeigen Sie, dass Sie zuhören, wertschätzen und gemeinsam gestalten wollen.
So gewinnen Sie Vertrauen:

Merksatz: „No Leadership without Followship, and no Followship without Leadership.“

5. Seien Sie ein Chef zum Anfassen

Gerade in der Übergangsphase ist Präsenz entscheidend. Gehen Sie in die Werkstatt, ins Lager, in den Vertrieb – zeigen Sie, dass Sie interessiert und ansprechbar sind.

So gelingt’s:

Tipp: Nähe schafft Vertrauen und Vertrauen ist die Basis Ihrer Führung.

6. Gestalten Sie Strukturen und Prozesse – aber mit Augenmaß

Das Unternehmen wurde über Jahre vom Senior geprägt. Wenn Sie alles auf einmal verändern, riskieren Sie Reibung und Chaos. So gehen Sie klug vor:

Merksatz: Erst Sie passen sich dem Unternehmen an – dann das Unternehmen an Sie.

7. Wenn der Senior sich ständig einmischt – schaffen Sie sich Hausmacht

Selbst wenn Sie alles richtig machen, fällt es manchen Seniors schwer loszulassen. Dann hilft nur eines: eigene Autorität durch Leistung und Loyalität aufzubauen.

So festigen Sie Ihre Position:

Tipp: Hausmacht entsteht nicht durch Machtworte, sondern durch Vertrauen, Verlässlichkeit und Erfolg.

Zum Schluss

Die Übernahme der Verantwortung ist kein Sprint, sondern ein Prozess und kein Nachfolger muss ihn allein gehen. Wenn Sie merken, dass der Übergang stockt oder alte Muster bremsen, holen Sie sich Unterstützung.

Ich begleite Sie dabei, Ihre Rolle als Nachfolger klar zu definieren, den Übergang konstruktiv zu gestalten und Schritt für Schritt vom Mitläufer zum Macher zu werden.

Wenn Sie wissen möchten, wie Sie diesen Weg für sich gestalten können, sprechen Sie mich gerne an.

Quelle: Nachfolge im Familienunternehmen von Koeberle-Schmid/Unger
ISBN Print: 978-3-406-68432-6

Experte

Prof. Dr. Alexander
Koeberle -Schmid​

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