Vorbehalte gegen eine Familienverfassung entkräften

Vögel im Streit - Familienverfassung entgegen Vorbehalte

Sie haben entschieden, das Thema Familienverfassung anzugehen. Doch nicht alle in der Familie ziehen sofort mit. Zweifel, Vorbehalte und der Wunsch, „alles beim Alten zu lassen“, bremsen den Prozess – ein ganz normaler, aber entscheidender Moment.
Ich weiß aus Erfahrung, wie wichtig es ist, alle Familienmitglieder an Bord zu haben.

Deshalb möchte ich Ihnen zeigen, wie Sie den typischen Vorurteilen und Vorbehalten mit den richtigen Argumenten begegnen können.

„Eine Familienverfassung hat keine Auswirkung auf den Erfolg eines Familienunternehmens.“

Doch, hat sie.

Familienunternehmen mit Familienverfassung sind nachweislich erfolgreicher. Der größte Nutzen liegt darin, Konflikte zu vermeiden, die im Ernstfall sogar die Existenz des Unternehmens gefährden könnten.

Zudem stärkt sie den Zusammenhalt in der Unternehmerfamilie und die Bereitschaft, Veränderungen aktiv mitzutragen.

„Eine Familienverfassung löst niemals Konflikte innerhalb der Familie.“

Das stimmt teilweise – eine Familienverfassung allein löst keine Konflikte.

Aber: Wenn während der Erarbeitung Spannungen sichtbar werden, ist das eine Chance zur Klärung. Diese Konflikte können – mit Unterstützung erfahrener Mediatoren – offen angesprochen und bearbeitet werden. Oft geht es dabei um sensible Themen wie Geld, Macht und Anerkennung. Gerade deshalb ist der gemeinsame Prozess so wertvoll.

„Eine Familienverfassung ist bloß ein Schriftstück, das im Regal verstaubt.“

Ganz im Gegenteil. Der Prozess der gemeinsamen Erarbeitung schafft bereits Zusammenhalt.

In moderierten Gesprächen entsteht gegenseitiges Verständnis für unterschiedliche Perspektiven, Bedürfnisse und Interessen. Das gemeinsame Arbeiten an der Familienverfassung führt dazu, dass die Familie einander wirklich zuhört – und das stärkt langfristig den inneren Zusammenhalt.

„Wenn wir einen guten Gesellschaftsvertrag haben, brauchen wir keine Familienverfassung.“

Ein häufiger Irrtum. Der Gesellschaftsvertrag regelt rechtliche Fragen – die Familienverfassung beschreibt das gemeinsame Verständnis als Inhaberfamilie.

Sie ist zwar nicht juristisch bindend, aber moralisch verbindlich. Im Erarbeitungsprozess entstehen gemeinsame Positionen zu zentralen Themen: Geschäftsführung, Beirat, Rechte und Pflichten der Gesellschafter, Konfliktlösung, Ausscheiden und Gewinnverwendung.

„Familienverfassungen führen nur zu Überregulierung.“

Tatsächlich kann eine Familienverfassung bestehende Strukturen hinterfragen und genau das ist ihr Mehrwert.

Oft entstehen daraus klarere Entscheidungsprozesse, eindeutige Informationswege und, wo sinnvoll, neue Gremien wie ein Beirat. Das Ziel ist keine Überregulierung, sondern Transparenz, Fairness und Verlässlichkeit.

„Eine Familienverfassung ist nur ein vorübergehender Trend.“

Ganz sicher nicht.

Eine Familienverfassung ist kein Modethema, sondern ein bewährtes Instrument verantwortungsvoller Inhaberschaft. In vielen großen, international erfolgreichen Familienunternehmen gehört sie längst zum Standard einer guten Governance.

Wenn Sie Unterstützung brauchen...

Ich hoffe, Sie konnten hier starke Argumente für Ihre Gespräche mitnehmen. Wenn Sie möchten, helfe ich Ihnen gerne dabei,

Nehmen Sie gerne direkt Kontakt zu mir auf – gemeinsam finden wir den Weg, wie Sie Ihre Familie für die Idee einer Familienverfassung gewinnen.

Quelle: Alexander Koeberle-Schmid und Amelie Eichblatt, Vorbehalte und Vorurteile hinsichtlich der Wirkungskraft einer Familienverfassung, in: Der Wirtschaftsführer, Heft 2020/2021

Experte

Prof. Dr. Alexander
Koeberle -Schmid​

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