Roots & Impact: Unternehmensnachfolge gemeinsam erleben und gestalten

Ein neues Programm für Unternehmerfamilien verbindet Generationen, unternehmerische Erfahrung und gesellschaftliche Wirkung.

Beitrag Roots & Impact

Die Unternehmensnachfolge gehört zu den prägendsten Übergängen in einer Unternehmerfamilie. Eigentum und Führungsverantwortung verändern sich. Gleichzeitig verschieben sich Rollen, Erwartungen und Beziehungen zwischen den Generationen.

Viele dieser Fragen lassen sich fachlich vorbereiten. Aber wie lernt man eigentlich, Verantwortung zu übernehmen? Wie lernt man, sie abzugeben? Und wie entsteht zwischen den Generationen ein gemeinsames Verständnis davon, wie die Zukunft des Familienunternehmens gestaltet werden soll?

Genau an dieser Stelle setzt das Roots & Impact – Family Business Succession Programm an.

Das sechsmonatige Programm von BOOKBRIDGE in Kooperation mit WHU Executive Education bringt Mitglieder der NextGen und Unternehmerinnen und Unternehmer der übergebenden Generation zusammen. Sie beschäftigen sich mit der Nachfolge ganz praktisch und übernehmen als Generationen-Tandem gemeinsam Verantwortung für eine reale unternehmerische Herausforderung. Alexander Koeberle-Schmid begleitet Roots & Impact als Programm Co-Host. Der erste Durchgang startet im April 2027.

Zwei Generationen – unterschiedliche Perspektiven auf Nachfolge

Für Mitglieder der NextGen geht es darum, die eigene Führungsidentität zu entwickeln und eine eigene Rolle im Familienunternehmen zu finden. Das Programm richtet sich entsprechend an NextGen-Mitglieder vor oder in den ersten Jahren ihrer Tätigkeit im Familienunternehmen.

Für die Senior Generation stellen sich andere Fragen. Wie gelingt es, Verantwortung zu übertragen? Welche Rolle möchte ich künftig einnehmen? Was bleibt, wenn die operative Verantwortung weniger wird? Der zweite Programmzugang richtet sich deshalb gezielt an Inhaberinnen und Inhaber, die sich in der Übergabephase befinden oder diese vorbereiten.

Roots & Impact bringt diese unterschiedlichen Perspektiven bewusst zusammen. Teilnehmende können als Eltern-Kind-Tandem, mit einer anderen Person aus dem Familienunternehmen oder einzeln am Programm teilnehmen. Dadurch findet der Austausch nicht ausschließlich innerhalb der eigenen Familie statt. Die Teilnehmenden erleben auch, wie Menschen aus anderen Unternehmerfamilien mit vergleichbaren Fragen umgehen.

Gerade darin liegt ein besonderer Wert des Programms: Unterschiedliche Generationen müssen nicht sofort eine gemeinsame Antwort haben. Zunächst geht es darum, die Perspektive des anderen besser zu verstehen, die eigene Position zu klären und daraus tragfähige Entscheidungen für die eigene Unternehmerfamilie zu entwickeln.

Nachfolge außerhalb des eigenen Familienunternehmens erleben

Ein wesentliches Merkmal von Roots & Impact ist das Action Learning. Statt ausschließlich mit Fallstudien oder Simulationen zu arbeiten, verlassen die Teilnehmenden ihr gewohntes Umfeld. Gemeinsam arbeiten die beiden Generationen zusammen in einem anderen Land an der Gründung eines realen Social Enterprise.

Dabei geht es um echte unternehmerische Aufgaben: Chancen erkennen, Lösungen entwickeln, Entscheidungen im Team treffen, Verantwortung übernehmen und das entstandene Vorhaben auf einen Investoren-Pitch vorbereiten. Design Thinking, Team Leadership und Social Entrepreneurship gehören zu den methodischen Bestandteilen dieser Phase.

Für die NextGen bedeutet das, unternehmerische Verantwortung außerhalb der vertrauten Strukturen des eigenen Familienunternehmens zu erleben.

Für die Senior Generation entsteht gleichzeitig die Möglichkeit zu beobachten, wie eine jüngere Generation Verantwortung übernimmt und Entscheidungen trifft, um daraus Erkenntnisse für den eigenen Übergabeprozess zu gewinnen.

Identität und Rollen klären, bevor Verantwortung neu verteilt wird

Der praktische Teil ist dabei nur eine Säule des Programms. Bereits zu Beginn beschäftigen sich die Teilnehmenden intensiv mit ihrer persönlichen Entwicklung, ihren Werten, ihrer Motivation und ihrem zukünftigen Beitrag zum Familienunternehmen. Hinzu kommen Familiensysteme und Unternehmensdynamiken, Rollenklärung sowie die Frage, wie Erwartungen und gewachsene Verhaltensmuster Führung und Nachfolge beeinflussen.

So schafft das Programm einen Raum, in dem beide Seiten diese Themen außerhalb der unmittelbaren Dynamik des eigenen Familienunternehmens betrachten können.

Vom Erleben zurück in die eigene Unternehmerfamilie

Entscheidend ist der Transfer.

Die Erfahrungen aus dem unternehmerischen Projekt werden nicht für sich stehen gelassen. Individuelles Coaching, Peer Learning, strukturierte Reflexion und Feedback begleiten den gesamten sechsmonatigen Prozess. Im abschließenden Programmteil übertragen die Teilnehmenden ihre Erkenntnisse auf ihre persönliche Situation und das eigene Familienunternehmen.

Dabei geht es unter anderem um die zukünftige eigene Rolle, die generationenübergreifende Zusammenarbeit und einen konkreten persönlichen Aktionsplan für den nächsten Schritt im Nachfolgeprozess.

Unternehmerisches Lernen, das gesellschaftliche Wirkung schafft

Eine weitere Besonderheit von Roots & Impact ist die Verbindung von Nachfolge und Social Entrepreneurship.

Das gemeinsame unternehmerische Projekt soll vor Ort einen konkreten gesellschaftlichen Beitrag leisten. Damit erhält auch die Frage nach Verantwortung eine zusätzliche Dimension.

  • Für die NextGen kann die Erfahrung helfen, ein eigenes Verständnis von Unternehmertum und Wirkung zu entwickeln.
  • Für die übergebende Generation kann sich eine andere Perspektive eröffnen: Verantwortung im Familienunternehmen abzugeben bedeutet nicht zwangsläufig, Gestaltungskraft abzugeben. Erfahrung, unternehmerische Kompetenz und persönliche Energie können auch außerhalb der bisherigen Funktion Wirkung entfalten.

Genau diese Verbindung finde ich an Roots & Impact besonders: Nachfolge, Unternehmertum und gesellschaftliche Wirkung werden nicht getrennt voneinander betrachtet. Die Erfahrungen aus dem gemeinsamen unternehmerischen Handeln eröffnen neue Perspektiven für alle Beteiligten.

Roots & Impact startet im April 2027

Der erste Durchgang beginnt am 21. April 2027 und erstreckt sich über sechs Monate. Das Programm kombiniert Präsenzmodule in der Schweiz und einem internationalen Projektland mit individuellem Coaching, Peer-Learning-Gruppen und virtueller Teamarbeit. Die Programmsprache ist Englisch.

Der aktuelle Programmablauf sieht vier zentrale Termine vor: Kick-off und Design Sprint im April in der Schweiz, eine intensive Projektphase im Mai im Projektland, Investor Pitch und Business Implementation im Juli in der Schweiz sowie Impact Assessment und Transfer im Oktober.

Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmenden ein Zertifikat der WHU Executive Education. Bei Erfüllung der entsprechenden Zulassungs- und Prüfungsanforderungen können 9 ECTS-Punkte erworben werden.

Weitere Informationen zum Programm finden Sie hier:

Bei Interesse nehmen Sie gerne Kontakt zu mir auf:

Autor

Prof. Dr. Alexander
Koeberle -Schmid​

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